Aktion „aparigraha“ im Oktober: Profile löschen„Wer bin ich – und wenn ja, wie viele“ so fragte bereits 2007 der Philosoph Richard David Precht in seinem gleichnamigen Sachbuch, und ich mich nahezu jeden Tag. Anders als Precht die Existenz von Gott und Moral zu hinterfragen, hinterfrage ich meine Präsenz nach außen. Im Hier und Jetzt bin ich Eine… eine Danni, eine Freundin, eine Schwester, eine Sommersprosse, eine Rothaarige, eine Nachbarin, eine Frühaufsteherin… aber EINE Person. Nach außen, im der weiten Welt des www bin ich mehr, eine multiple Persönlichkeit, eine Profilsammlung, ein Reiseblogger, eine Unternehmerin, eine Yoga-Lehrerin, eine Colaboristen, eine Fotografin, eine Designerin, eine von vielen. Das alles, diese Vielfalt an Möglichkeiten zu sein, wäre ja auch gar nicht so tragisch, wenn ich nicht permanent das Gefühl hätte mich teilen zu müssen. Hier ein Facebook-Post, da ein Blogbericht, dort ein Tweet und jeden Tag ein Instapic. Ja, man könnte dieses Social Media Verhalten auch einfach als zwanghafte Neurose abtun und mich zum Müßiggang ermuntern. Doch bin ich mittlerweile der festen Überzeugung: je mehr Präsenz im Außen, desto mehr Notwendigkeit von Ruhe im Innen.

Was bin ich?

Oder um es etwas weniger verschnörkelt auszudrücken: je weniger unterschiedliche Identitäten ich draußen im Social Web einnehme, desto mehr bleibe ich im analogen Hier und Jetzt bei mir. Aber wie bin ich eigentlich in diesem Schlamassel von „wer bin ich“ gelandet? Es ist ja nicht so, als würde ich mir diese Frage zum ersten Mal stellen. Im Grunde habe ich sie mir schon immer gestellt, konnte sie aber bis vor 5 Jahren nur mit wagen Spekulationen beantworten. Ein Grund warum ich 2012 den Job in der Agentur gekündigt hatte. Weil ich das NICHT war. Darauf hin folgten viele das-bin-ich-auch-nicht und nach und nach eine Idee davon was ich mehr sein könnte. Meinem Reiseblog Landlinien schenkte ich mehr Zeit und wurde dadurch als Bloggerin stärker wahrgenommen. Einladungen zu Events und Pressereisen folgten, der Austausch unter Gleichgesinnten wuchs. Als Designerin und Marketingfrau arbeitete ich weiter, nur diesmal selbständig für nachhaltig aktive Marken im Namen von daklue. So machte ich mir in den letzten 4 Jahren einen kleinen feinen Namen und baute mir ein wunderbares Netzwerk auf. Das Yoga kam hinzu, jedes Jahr etwas mehr, so dass ich heute regelmäßig vorne auf der Matte stehen und andere vom Sonnengruß bis in die Endentspannung leite. Und was bin ich noch?

Den Kopf entleeren

Wenn zum Viel noch viel dazu kommt

Viel, so viel, zu viel. Im Grunde schön, so vielseitig interessiert zu sein, wenn da nicht diese innere Verpflichtung wäre das auch nach außen zeigen zu müssen. So mein innerer Schweinehund. Wenn ich etwas Neues anfange, möchte ich es teilen. Alles was ich anfange, möchte einen Platz haben. Dieses Jahre spüre ich diese innere Anforderung besonders heftig, weil viel Neues dazu gekommen ist und sich ein Wandel vollzieht. Alleine 4 Weiterbildungen in einem Jahr… nun ja Frau Klütsch, ein bisschen viel, oder? Irgendwie ja. Weiß ich jetzt. Es ist an der Zeit auszusortieren, mehr denn je. Diesmal meine Identität betreffend. Doch wo fange ich an?

Wenn zum Viel noch viel dazu kommt

Mein Plan: Kopf entleeren

Wie soll es anders sein…. ich fange an mit einem Plan! Und ganz oben steht wieder die Frage: wer bin ich – und wenn ja, wieviele? Ich hänge ein Plakat auf im Büro, lasse alles raus was mir durch den Kopf geistert, schreibe es auf bunte Zettel und sortiere nach Prioritäten. Bewerte, hinterfrage, lassen offen. Nach einer Stunde ist mein Kopf leer und das Plakat voll. DAS bin ich also. Wow. Aus dem Bauch heraus kann ich relativ leicht entscheiden was ich nicht mehr sein möchte, was ich mehr sein möchte und vor allem was ich noch nicht weiß. Ich lasse es so stehen, für den Tag und als weiteren Plan für den Rest des Jahres. Bei vielem muss ich mich noch erproben und eine Entscheidung zu fällen, z.B, wo ich wohnen möchte und ob Yoga & Co ein zweites Standbein werden. Aber ein paar Entscheidungen treffe ich schon dieses Jahr. Und JETZT ist der beste Zeitpunkt dafür.

Den Kopf entleeren

Was ändere ich jetzt um weniger zu sein?

daklue1. daklue

ist mein Unternehmen, mein Hauptjob, meine kleine Agentur. Ich kommuniziere für Andere, spreche für sie im Social Web, gestalte Identitäten und Botschaften nach außen und nehme Kontakt auf. Das was ich mache, passiert, ohne dass ich jeden Tag darüber berichten müsste. Daher wird daklue eine feste Website bleiben, auf der meine Projekte zu sehen sind und in dessen Blog ich über Themen berichte, die mich persönlich bewegen. Neuigkeiten gibt dann einzig über den Newsletter. Kein Twitter, kein flickr und nur vereinzelt Facebook.

Landlinien Reiseblog2. Landlinien

ist mein Herzensprojekt, mein Tor nach draußen, mein Reiseplatz. Hier schreib ich immer dann, wenn ich nicht am Schreibtisch sitze, wenn ich unterwegs bin und Erlebnisse mitbringe. Nicht immer, aber öfter, regelmäßig, auch mal von anderen, mit Potential größer zu werden, aber ohne Stress. Im Netz hat sich Facebook, Instagram und ein bisschen Twitter bewährt. Google+, pinterest und flickr fliegt raus. Wenn es 2017 zum Relaunch kommt, kommt auch ein Newsletter. Aber: entspannt eins nach dem anderen.


Yoga mit daklue3. 
Yoga

muss warten und erstmal gemacht werden. Zu früh um bestimmen zu können wie und wo und wie viel es weiter geht. Eigener Raum? Mehr in Studios unterrichten? Thai Yoga Massage anbieten? Mobil nach Hause kommen? Viele Optionen, alles kann, nichts muss. Brauche noch was Zeit, bis ich es weiß, und erst dann folgt der Rest. Vorher gibt es News über Yoga & Co bei daklue.de/yoga und privat über Danni bei Facebook.



Lieblingsleckereien4. Lieblingsleckereien

ist das Herzensprojekt von Nick, meinem Herzensmann. Ich unterstütze, bin dabei, mache mal hier und da was, schaffe es aber nicht aktiv mit zu gestalten und die Leckereien nach draußen zu bringen. Auch wenn mir das in der Seele weh tut… gekocht wird weiter privat für uns und wenn wir mehr Luft haben, dann vielleicht wieder für andere. Oder Nick macht was draus. Ich bin aktiv erstmal raus.

Werte & Wandel5. werte&wandel

Noch so ein Herzensprojekt, damals 2014 zusammen mit meiner guten Freundin Dorle gegründet, großartige Projekte umgesetzt und intensiv kreativ gearbeitet. Hier hab ich so einige Dinge umgesetzt, die ich schon immer machen wollte: eine Fotoausstellung, ein eigenes Produkt konzipieren, umsetzen und verkaufen (unseren Wandkalender), Workshops moderieren und Übungen für den Alltag ausdenken. Immer noch ein bisschen wehmütig, dass wir dies nicht mehr weiterführen konnten. Aber es hatte seine Zeit und uns auf unseren Weg heute geleitet.

 

Alle die anderen neuen Projekte…

… die sich immer wieder im Alltag ergeben. Mit anderen Menschen zusammen, aus eigenen Sehnsüchten heraus oder auch rein privater Natur, wie die Idee aufs Land zu ziehen. Ja, was mache ich mit ihnen, diesen neuen Projekten? Ich lasse sie. Lasse sie sein wie sie sind und lasse sie auf mich zukommen. Was ich genau damit mache, weiß ich noch nicht. Doch bevor ich direkt JA sagen, hab ich mir fest vorgenommen erstmal zu warten, so lange bis ein Bauchgefühl mir die Entscheidung abnimmt. Und das geht nur, wenn der Kopf leise ist… was nur durch Ruhe möglich ist … und diese wiederum stellt sich erst ein, wenn weniger zu denken und bedienen ist, womit wir wieder am Anfang des Indentitätenkarusells wäre. Ganz einfach, oder?

6 Kommentare
  1. Judith sagte:

    Ich habe heute beschlossen, einen Job Ende des Jahres aufzugeben. (Es ist nicht der bei Sebastian. Und auch nicht das Yoga.) Die Entscheidung fühlt sich richtig gut an :-).

    Antworten
    • Daniela Klütsch sagte:

      Wow! Auch ein großer Schritt! Gerade im Job fällt es uns etwas abzusagen oder abzugeben. Man könnte ja etwas verpassen… aber auch das ist einfach nur vergänglich, wenn man ehrlich zu sich ist.

      Antworten

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.