Freiheit, Geld, Leben, Lebensspuren, Zeit	„Was würden wir tun, wenn wir könnten, wie wir wollten?“ leitet enorm ein zur 5. Ausgabe „Schnapp dir deine Freiheit“ im gegenwärtigen 2012. Ja was würden wir tun? Da sind wir doch schon Freiberufler und tragen die Freiheit in unserem Namen. Ist nicht das allein ein Gegensatz: Beruf und Freiheit in einem? Und lebt es sich in der Realität tatsächlich so frei? Klar gibt es Menschen, die es als wahnsinnig frei empfinden der eigene Chef zu sein, jegliche Minute frei einteilen zu können und Termine selber zu bestimmen. Kein Druck, keine Fremdbestimmung, kein stilles Hinnehmen von fremden Ideologien, kein Schweigen über offenkundige Lügen, kein Ja-Aber und auch kein Du-musst. Freiheit als angewandte Autonomie. Und de facto mit mehr Zeit als Belohnung.

Doch das mit der Zeit ist so eine Sache. Wir behandeln Zeit immer mehr wie eine Materie, ähnlich wie Geld. Zeit als auch Geld können wir sammeln, sparen auf einem Konto, verwalten, verbrauchen, einteilen, investieren. Dies erkannten auch schon die grauen Männer im Film Momo und beraubten die Menschen um ihre Zeit. Sie wollten sie sammeln, für sich, für später und brachten so die Menschen davon ab im Hier-und-Jetzt zu leben. Erst als Meister Hora die Zeit anhielt und die Welt in einen ganzheitlichen Stillstand versetzte, entstand eine Möglichkeit die verlorene Freiheit wieder zurück zu gewinnen. Vielleicht müssen wir das manchmal auch machen, unsere eigene Zeit anhalten. Angesichts der vielen Aufgaben, die auf unserer täglichen Todo-Liste stehen, wird unsere Zeit immer rarer, kürzer, kostbarer. Das Bisschen, das übrig bleibt, teilen wir uns sorgsam ein, heben es für wirklich wichtige Moment auf, wägen ab wofür sich eine Investition lohnt, wann sie sich „bezahlt“ macht, nutzen den Mangel an Zeit als Grund um gewisse Dinge nicht zu tun und wünschen uns jede freie Minute mehr davon. Der Film „SPEED – Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ von Filmemacher und Autor Florian Opitz bringt es ganz gut auf den Punkt: Die vielen Möglichkeiten heutzutage und die Geschwindigkeit lasten uns immer mehr Entscheidungen auf. Und das macht unfrei.

Doch nicht alleine die Zeit bestimmt unseren Freiheitsspielraum. Freiheit kann auch schnell zum Gefängnis und Zeit zum Überfluss werden, wenn wir beispielsweise kein Geld haben, um sinnvolle Dinge umzusetzen. Sehr viel Zeit + sehr wenig Geld = Langeweile. Zunächst… das ist meine persönliche Annahme. Ich glaube, dass weder nur Zeit, noch nur Geld unsere Freiheit im Kern ausmacht. Davon geht auch enorm aus und beschreibt im Leitartikel „das Prinzip Bedingungsloses Grundeinkommen“ von Heft No. 5 den Zusammenhang zwischen Zeit und Geld. Dort wird beschrieben welche Szenarien sich ergeben würden, wenn wir frei von dem Zwang wären Geld rein für unseren Unterhalt verdienen zu müssen. Durch ein Grundeinkommen hätte jeder mehr Zeit allein die Dinge zu tun, die ihm wirklich am Herzen liegen: sich ehrenamtlich engagieren, kreative Spinnereien zu kreativen Innovationen werden lassen, die Welt wie ein Abenteurer entdecken, Kindheitsträume leben, andere Menschen beschenken.

Eine bisher noch nicht genannte Komponente kommt hier ins Spiel: das Herz. Bei dem Gedanken an die Kombination aus Freiheit und Herz, ploppen bei mir etliche Weisheiten aus spirituellen Schriften und wahrhaftige Zitate von Yogi-Tee-Schildern auf, die sich quer in meiner Wohnung und im Büro verteilen: „Das wonach Du Dich sehnst, sehnt sich nach Dir“… „Home is where your heart is“ … „Die Wahrheit ist in Dir“… In diesem Zusammenhang spielt auf einmal Zeit und Geld nur eine untergeordnete Rolle, denn indem wir das machen können, wonach sich unser Herz sehnt, werden wir frei. Rein nur dem Herzen zu folgen, ist wie ein Akt der Befreiung von Fesseln der eigenen Vernunft. „Man sieht nur mit dem Herzen gut“, wie uns der kleine Prinz schon mit auf den Weg gab, und wenn man diesem auch folgt, so hat meine eine Chance sich zu befreien.

In diesem Sinne: fühl Dich frei zu tun wonach Dir ist!

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