Das Meiste ist bei daklue bereits „grün im Büro“: der Strom, das Papier, das Büromaterial, die Lebensmittel, der Kaffee, der Weg zu Arbeit, das was wir tun, das Hosting… dachten wir, ist aber nicht so. Beim Nachhaltigkeitscheck von dasselbe in grün e.V., den jedes neue Mitglied ausfüllt, ist es uns aufgefallen. Unser bisheriger Anbieter allinkl wirbt damit 100% CO2 frei durch Ökostrom zu sein und ist durch das Gütesiegel „ok-power“ zertifiziert. Auf den ersten Blick ganz ok, dachten wir, bis uns Mitglieder des Verbandes eines anderen belehrten und wir weiter bei Google forschten. Interessant wie man sich täuschen kann.

Ganz so einfach ist es nicht die Wahrheit im Hintergrund herauszufinden und dann auch zu verstehen. Daher auch unser Anliegen, das was wir gelernt haben hier im Blog verständlich und zusammengefasst wieder zu geben: das „ok-power“ Siegel beschreibt sich selbst als „Gütesiegel für Ökostrom-Tarife, die nachweislich zum Ausbau erneuerbarer Energien führen“.  Dabei fördert die Interessengruppe, die hinter dem Siegel steht (EnergieVision e.V., den die Verbraucherzentrale NRW, das Öko-Institut Freiburg und der WWF Deutschland), den Bau von Neuanlagen zur Erzeugung von Ökostrom. Soweit so gut. Allerdings sagt das Siegel nichts darüber aus, wie sich der Besitz des Ökostroms auf die einzelnen Anbieter verteilt. Denn über das „ok-power“ Siegel können sich Anbieter über so genannte RECS­-Zertifikate (Renewable Energy Certificate System) mit grünem Strom eindecken. Gegen einen geringen Aufpreis erwirbt ein Anbieter diese Zertifikate zum Beispiel bei einem Produzenten von Strom aus Wasserkraft.  Die entsprechende Strommenge kann er dann wiederum als Öko-Strom weiterverkaufen.

Thorben Becker, Energieexperte des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisiert dieses Verfahren: „Man benutzt den Strom, den man hat und wäscht ihn mit geringem finanziellen Aufwand rein.“

Außerdem ist es zulässig, dass sich das „ok-Power“ Siegel nur auf einen Tarif und nicht auf dem gesamten Stromanbieter beziehen kann. Das heißt ein Unternehmen kann einen ausgewählten Tarif mit dem „ok-Power“ Siegel auszeichnen, während es gleichzeitig andere Tarife, betrieben aus Kernkraft oder fossilen Energieträgern, anbietet. Die Naturenergie AG ist beispielsweise mit „ok­power“ gesiegelt, ist aber ebenfalls Tochter der EnBW, genau wie Vattenfall. Also die klassische Doppelmoral und eben nicht 100% Ökostrom, wie allinkl behauptet. Zeit für einen Wechsel.

Im Verband bei dasselbe in grün e.V. finde ich zwei alternative Anbieter: lands concepts und GREENSTA Öko Webhosting. Bei meinem ersten Verbandstreffen im September lerne ich Geschäftsführer Tobias Dauer von lands persönlich kennen und kann mich direkt vom Experten beraten lassen. In kurzen, klaren Sätzen beschreibt er die Hintergründe des konventionellen Webhostings, was „grünes Hosting“ eigentlich bedeutet und wie leicht der Wechsel sein kann. Was ich mir zuvor müßig im Internet angelesen habe, wird mir in diesem Moment klar, als wäre es schon immer ganz einfach gewesen.

Jede Website, die man betreibt liegt auf einem Server, der wiederum an ein Rechenzentrum andockt, das eine große Menge von Strom verbraucht. Grünes Hosting setzt vor allem da an Techniken zu verwenden, die den Verbrauch reduzieren, und nutzt darüberhinaus nur 100%-igen Ökostrom. Hier gibt es aktuell nur „richtige“ Ökostrom-Anbieter, wie wir in unserem Artikel „Grün im Büro“ beschreiben.

Bei lands ist das Greenpeace Energy. Mit dessen Siegel läuft die eigene Website garantiert atomstromfrei, wie die folgenden Merkmale zeigen:

  • Kein Strom aus Atom- und Kohlekraftwerken
  • 100% Ökostrom (2011: 99% Wasserkraft, 1% Windkraft)
  • Investition in Neuanlagen
  • Kein Gewinnabfluß des Stromanbieters an dahinter stehende Atomkonzerne
  • zeitgleiche Einspeisung nach Bedarf
  • Kein Einsatz von RECS-Zertifikaten zum Umetikettieren von Atomstrom

Doch nicht alleine der Bezug von grünem Strom hat ich mich bei lands überzeugt, sondern der persönliche Service. Darum kümmert sich Geschäftsführer Tobias Dauer selbst und berät jeden Kunden individuell. So habe ich mich anfangs schwer getan mit dem Wechsel meiner beiden Domains daklue und landlinien, aus Sorge dabei könnte etwas schief oder Daten verloren gehen. Zu wissen, dass ein Profi sich persönlich darum kümmert und bei Fragen direkt ansprechbar ist, beruhigt mich ungemein. Man kann einfach nicht von der Hand weisen, dass erst der persönliche Kontakt Vertrauen schafft, statt der anonyme Austausch im Internet.

Der Eindruck im ersten Gespräch mit Tobias Dauer, bestätigt sich auch im weiteren Verlauf. Einmal entschieden für den Wechsel, beantwortet er mir jede einzelne Frage mit Bedacht und von einem Tag auf den anderen. Durch den Bedarfscheck, den lands jedem Kunden anbietet, wird ermittelt wie viel Webhosting man wirklich braucht. Dabei wird jeder einzelne Bereich von Speicherplatz, Mailkonten und Datenbanken bis zu Domains, installierte Software und Rechenleistung betrachtet. Dementsprechend bekommt man ein sinnvolles für den eigenen Zweck passendes Angebot. Was mich hier besonders freut ist, dass ich fortan beide Domains unter einem Vertrag laufen lassen kann. Hätte ich vorher auch, nur da hat mich die Beraterin am Service-Telefon mit der Info alleine gelassen, dazu beide Datenbanken der Websites sauber trennen zu müssen. Ganz ehrlich, das traue ich mir selber auch heute noch nicht zu. Bei lands anders, weil ich abgeben und vertrauen kann.

Auch das Angebot freut mich, da ich insgesamt nur 5 € mehr bezahle als zuvor bei allinkl, dafür mehr Speicherplatz habe und eben den persönlichen Service. Überzeugt! Von da an geht der Wechsel mehr als einfach, ohne dass ich mich dabei anstrengen müsste. Ich bekomme den Vertrag, unterschreibe, schicke zurück und dann wechseln wir gemeinsam. Dazu schicke ich Tobias Dauer alle Zugangsdaten, die er braucht um den Web- und Mail-Server einzurichten. Ist dies getan, überträgt er beide Websites inklusive aller Daten und Datenbanken. Auch die Mailkonten bereitet er entsprechend auf dem Server vor, so dass ich sie später bei mir lokal einrichten kann. Sobald alle Daten übertragen sind, kann ich die Websites testen und die Domains kündigen. Erst jetzt beginnt der wirklich Umzug und das gesamte Paket bei allinkl wird gekündigt. Fertig!

 

2 Kommentare
  1. F.S.Eiler sagte:

    Tolle Seite. Klasse Informationen.
    Wenn wir vernünftig miteinander weiterleben wollen, müssen wir alle umdenken.
    Jeder kann etwas tun. Es sind die Kleinigkeiten, kleine Veränderungen im Alltag, die das große Gesamte ausmachen.

    Grüße und weiter so.
    Werden jetzt öfter vorbeischauen.

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    • Daniela Klütsch sagte:

      Vielen lieben Dank für die netten Worte! Gerade das Anstoßen von Themen, Impulse geben und zeigen wir einfach Umdenken sein kann, ist uns besonders wichtig. Schön, dass das auch so rüber kommt. Das bestärkt uns darin so weiter zu machen und fleißig über spannende, nachhaltige Themen zu berichten.

      Also dann, bis ganz bald wieder hier im Blog!

      Lieben Gruß,
      Daniela

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