Die Geschichten von Jonathan Safran Foer (jüdisch-amerikanischer Autor) haben immer eine ganz besondere Anziehungskraft. Man blickt durch die Augen eines Kindes, das auf der Suche ist. Auf der Suche nach den eigenen Wurzeln und auf der Spur des Lebens mit all seinen geheimnisvollen Verzweigungen. Seine Sprache ist dabei oft verspielt und auffällig anders, sowie auch die Gestaltung seiner Bücher. So erkennt man sie an der verspielten Typografie und dem experimentellen Design im Inneren. Zwei seiner Bücher schafften es auch auf die Kinoleinwand. Sein zweites Werk „extrem laut & unglaublich nah“ hatte gestern Premiere.

Ein unbeschreiblich berührender Film, der mit seinen Bildern das Buch von Jonathan Safran Foer zum Leben erweckt. Wieder betrachtet man die Welt durch die Augen eines Kindes, fühlt die Trauer und die Wut mit, erlebt die Folgen des 11. Septembers nach und geht gemeinsam auf die Suche. Dabei schafft es der Film, wie auch das Buch, das Geheimnis um einen ominösen Schlüssel bis zum Schluss zu bewahren und beweist wieder einmal, dass der Weg das Ziel ist und nicht umgekehrt. Besonders beeindruckend sind hier die satten Bilder des Films und die Liebe zum Detail. Man begibt sich auf die Reise durch ein extrem lautes und gleichzeitig unglaublich nahes New York. Und wie das manchmal so ist: hinterher versteht man ein Stück mehr vom Leben.

Auf sein erstes Buch „Alles ist erleuchtet“ bin ich 2006 im Rahmen meiner Diplomarbeit „Lebensspuren“ zum Thema Erinnerungen gestoßen. Wie der Protagonist Jonathan, sammelte ich damals Gegenstände in kleinen Gläsern und Kisten um zu dokumentieren, dass wir so Erinnerungen bewahren können. Ich lies mich auf den Gedanken ein, dass wir nur dann eigene Spuren hinterlassen können, wenn wir alte Spuren entdecken. Manchmal müssen wir uns die Dinge bewusst machen, um sie greifen zu können. So wie auch Erinnerungen. Hält man sie fest, werden sie gegenständlich, real, zu einem festen Bestandteil unserer Gegenwart. Um so berührender fand ich den Film zum Buch mit Elijah Wood in der Hauptrolle.

Wer weder Buch noch Film von Safran Foer gelesen oder gesehen hat, dem kann ich er hiermit sehr ans Herz legen!

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  1. […] sowieso. Die notwendigsten Ausdrücke notiere ich auf Zetteln, ganz so wie Oskars Großvater in „Extrem laut und unglaublich nah“. Als Gruß reicht oft ein Lächeln, bei Fragen ein Kopfnicken oder […]

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