Frage ich mich in der letzten Zeit öfter angesichts sich wiederholender Erschöpfungs-zustände, körperlichen Wehwehchen und Tempo 100 im Kopf. Nein, mal ehrlich… da geht man seit nun schon 2 Jahren regelmäßig zum Yoga, atmet sich in die Tiefenentspannung und schwebt (geistig) über dem Boden… stellt das Leben ganzheitlich so um, dass man möglichst wenig Schaden hinter sich lässt: Konsumstopp, Recycling statt Neukauf, Trödel statt H&M, von wenig Fleisch zu gar kein Fleisch, Bio statt Discounter, Plastiktüte ade, Deutschlandurlaub ohne Flugzeug, Atomkraft nein danke, regelmäßig spenden für andere, Greenpeace im Abo, eigenes Gemüse im Garten, alles zu Fuß in der Stadt, schenke jedem ein Lächeln… Reduziert den Job auf 60 % und investiert die freie Zeit für Ehrenamt, ganz nach der Theorie von Nico Peach zur Postwachstumsökonomie. Nachhaltigkeit aktiv in Köln, Transition Town, die Balkonkarawane zieht weiter, der YogaMob breitet sich aus, Socialbar findet ein Kölner Zuhause. Und das Hamsterrad im Kopf dreht sich derweil weiter. Wie war das noch mit der Work-Life-Balance? Das Yoga schläft ein, gelesen wird nur noch im Netz, und das schnell schnell… Gemüse ernten wird zum Programmpunkt am Wochenende, in der Küche stapeln sich 18 Kilogramm Rhabarber die allesamt verarbeitet werden wollen: Marmelade mit Erdbeeren, Marmelade ohne Erdbeeren, Saft für Schorle… wenn schon denn schon. So viele spannende Events, Vorträge, Menschen, Informationen, die man alle mitnehmen muss. Die Festplatte füllt sich. Köln entpuppt sich als sich täglich brodelnder Kessel voller Ideen. Die Festplatte wird voller. Zwischendurch lockt der Herbst mit strahlendem Sonnenschein in die Natur. Dafür ist jetzt keine Zeit. Landlinien muss warten. Urlaub schiebt sich von Wochenende zu Wochenende. Bis der November einbricht und die Tage früher dunkel werden. Die Festplatte ist voll, aber funktioniert noch. Dezember. Das Jahr geht zu Ende, man blickt zurück, nachdenklich. Seit Mitte des Jahres nicht mehr geschrieben, fotografiert, nicht mehr gereist, weder kurz noch lang. Da beschäftigt man sich intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit, und ist es in keiner Weise mit sich selbst. Zeit für eine Pause. Ich muss nachdenken. So ist es wohl auch kaum ein Zufall, dass ich im späten Dezember nach einem gedankenvollen Spaziergang mit Martin durch Düsseldorf, an dem Schaufenster von Heiko Beck Kos Atelier hängen bleibe. Ein Plakat spricht mich an mit den Worten: „Zeit für Dich! Schluss mit den Geldsorgen! Etwas Selbstgebasteltes! Nichts bereuen müssen! …“ Das was dahinter steht, passt zu dem was ich denke. Fast als wären wir deshalb hier. Ja Heiko Du hast Recht, „Das ist keine Übung“ und das Leben ist auch keine Generalprobe. Daher hängt jetzt auch eine seiner Postkarten an meinen Küchenschrank: „Weniger wollen, nichts müssen, alles dürfen!“. Das ist es, mein (nachhaltiges) Motto für 2012.

3 Kommentare
  1. Marve Man sagte:

    Super!
    Das wird auch wieder mein Motto werden – falls nicht in 2012, dann etwas spaeter. In 2010 hab ich es aber schon einmal erfolgreich umgesetzt!
    Love, Peace and Unity (mit mir selber) ;-)

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    • daklue sagte:

      Das freut mich! Wie es bei so vielen Dingen ist, am besten fängt man erstmal bei sich an. Oder anders gesagt „Be the Change“. Und das nicht nur so salopp daher gesagt, sondern ehrlich zu sich selbst. Und dir glaub ich das schonmal 100%. :-)

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  1. […] so stimmt Dorle Schmidt von mateno den Abend ein und ich musste direkt an die Frage „Wie nachhaltig sind wir eigentlich mit uns selbst?“ denken, die ich mir Anfang des Jahres oft stellte. Wenn es wieder soweit ist, dann sollten wir das […]

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