Es gibt so einige Möglichkeiten das eigene Leben nachhaltig zu gestalten. Angefangen vom persönlichen Energieverbrauch, der Wahl des Supermarktes, dem Bewusstsein für Umwelt- und Tierschutz, dem Umgang mit Müll, dem Mitgefühl anderen Menschen gegenüber… wahrscheinlich gibt es gar nicht so viele Worte wie es Möglichkeiten gibt. Nichtsdestotrotz habe ich die Erfahrung gemacht, bei mir selbst als auch im Freundeskreis, dass die Qual der Wahl und paradoxerweise auch das Nichtwissen über die Möglichkeiten, das persönliche Engagement so schwierig machen.

Woher weiß ich, was wirklich nachhaltig ist und was nicht? Kann ich meinem Bio-Supermarkt trauen? Welche Organisation unterstütze ich am Besten? Reicht es wenn ich „nur“ einen finanziellen Beitrag leiste, als Fördermitglied zum Beispiel? Ich will mehr tun als nur darüber zu sprechen: wie kann ich das machen? Lässt sich eine ehrenamtliche Tätigkeit mit einem Full-Time-Job vereinbaren, so dass es auch wirklich etwas bringt?

Eine und noch viel mehr Antworten darauf lieferte vergangenen Dienstag die Podiumsdiskussion „Nachhaltig aktiv in Köln“ im Dumont Studio in Köln, veranstaltet vom Querwaldein e.V. Zum ersten Mal in diesem Jahr trafen dort mehrere nachhaltige Kölner Akteure und Initiativen auf, um neben einer offenen Diskussion über Nachhaltigkeit in Köln, auch ihre Aktivitäten und Projekte dem Publikum vorzustellen. Ergänzt wurde die Diskussion durch Infostände weiterer Anbieter im Foyer. Damit wurde dann auch recht schnell meine Frage danach beantwortet, wie man sich neben dem Job noch weiter engagieren kann. Und das um die Ecke in meiner Heimat Köln. Frei nach dem Motto: „Wenn Du etwas verändern willst, fang bei Dir an.“ Hier eine kurze Zusammenfassung einiger sehr interessanten Initiativen:

Querwaldein e.v.: Initiator und Partner nachhaltiger Netzwerktätigkeiten, sowie Anbieter kompetenter Umweltbildung, Naturkunde und Naturerlebnisse für alle Altersklassen im Raum Köln/Bonn, wie z.B. Geocaching & OpenStreetMap für Einsteiger und Aus Kölle dem Jakobsweg auf der Spur.

CarrotMob Köln: Nach dem Aktionsprinzip des CarrotMobs werden Unternehmen in Köln dazu motiviert ihren Energieverbrauch zu verbessern und einen Teil ihres Tagesumsatzes beim CarrotMob in Öko-Maßnahmen zu investieren. Als Gegenleistung dafür organisiert CarrotMob Köln das Event und mobilisiert neue Kunden für das Unternehmen.

ökoRAUSCH Messe: Deutschlands erste Messe für nachhaltiges Design mit dem Ziel junge und innovative Designer zu fördern, ganz im Sinne der Nachhaltigkeit. Die ökoRAUSCH wirkt mit viel frischen Wind und einem völlig staubfreien Öko-Image. Das nächste mal wieder am 24. und 25. September 2011 in Köln.

dasselbe in grün e.V.: Der Verband für nachhaltige Unternehmen betreut seit circa zwei Jahren über 40 mittelständige Unternehmen bundesweit, die nachweislich zu zwei Drittel nachhaltig ausgerichtet sind. Ziel ist es, nachhaltige Unternehmen mit einer Art Siegel zu kennzeichnen.

Kölle Global: Auf dem kosumkritischen Stadtrundgang durch Köln werden Lebensmitteldiscounter, Klamottengeschäft, Einkaufszentrum und EineWeltLaden aus globalem Blickwinkel berachtet und miteinander diskutiert. Mitgehen und eine neue Perspektive auf Köln bekommen.

KölnAgenda e.V: Der seit 1998 bestehende Verein agiert ganz im Sinne der Förderung von Nachhaltigkeit in Köln. Neben thematisch sortierten Gruppen, realisiert KölnAgenda spannende Projekte wie der Ökostadtführer, die jecke Fairsuchunng, Klimaschutz in Köln und die interkulturellen Gärten.

Bei der Frage des Moderators Dr. Hans-Martin Kochanek (u.a. Leiter des NaturGut Ophoven) nach der Motivation für das eigene Handeln, kommen  die Befragten schnell auf einen Nenner: es geht darum Verantwortung für das eigene Handeln zu tragen und innovative Ideen für eine „ideale“ Zukunft zu verbreiten. Jede der anwesenden Initiativen und Akteure schöpft seine Kraft daraus, etwas zu verändern. Vom lokalen angefangen bis raus ins globale Geschehen. Wie es Frau Lammers von KölnAgenda ganz gut auf den Punkt bringt „Es hat etwas damit zu tun, dass wenn ich Kaffee trinke es jemanden in Afrika betrifft.“

Ein abschließendes Highlight der Veranstaltung ist das spontan, von Martin Herrndorf initiierte Speed-Dating. Nach kurz anhaltenden Fragezeichen im Gesicht, ist das Prinzip schnell verstanden. Es geht darum sich schnell, konzentriert und viel miteinander auszutauschen. Und das nicht in einer klassischen Diskussionsrunde, sondern in einer Zweierreihe auf der Treppe im Foyer. Schnell finden sich 20 unterschiedlichste Personen, die sich als Paar gegenüberstehen und sich innerhalb in 90 Sekunden austauschen. Bis der nächste nachrückt. Nach dem Startschuss von Martin wird es laut und warm: wir quasseln uns auf der Treppe die heißen Köpfe leer. Es gibt soviel zu hören und soviel zu sagen, dass im seltensten Fall nur 1,5 Minuten ausreichen um sich vollständig austauschen zu können. Ganz im Gegenteil zum klassischen Speed-Dating, bei dem sich Mann und Frau schon mal bedrückend lange anschweigen können…

Nach diesem Abend bin ich ganz aufgeladen von der Energie neuer Ideen und angetan von soviel engagierten Menschen. Es zeigt mal wieder, dass das Handeln für einen guten Zweck Menschen über Grenzen hinweg miteinander verbindet und es kein „Ja aber…“ gibt. Auch wenn bzw. gerade weil der Anteil der „Vereinslosen“ sprich der breiten Öffentlichkeit bei dieser Veranstaltung noch etwas gering war, freue ich mich dabei gewesen zu sein und anderen darüber berichten zu können. Und: in diesem Jahr sind noch weitere Veranstaltungen dieser Art geplant. Wer´s jetzt verpasst hat, kommt beim nächsten Mal.

(Foto via Querwaldein e.V.)

5 Kommentare
  1. meera sagte:

    liebe daniela

    um nachhaltig und zukunftsweisend tätig zu werden
    beschäftige ich mich seit 2003 in der kolbhalle ehrenfeld.
    . wo sich leider der MACHO breit gemacht hat
    mit abfeiern und saufparties
    und mich als einzige weibliche pflanze
    die dort ansässig war
    mit gewalt rausgemobbt hat
    da mann
    ausschliesslich der SUFFKULTUR UND AGGROKULTUR frönen wollte
    statt sich auf die wahren menschlichen werte zu besinnen
    die allsamt weiblich sind…

    ich musste strafanzeigen erstatten
    die bis heute nicht zur verhandlung kamen
    da sich die gerichte zeit lassen
    und sie überbelastet sind mit ihrem kriminellenstaat .
    .
    die kolbhalle wurde von mir
    und meinem damaligen lebenspartner
    dem ich geholfen habe den vorstand dort zu übernehmen
    als ort des wachstums
    in sachen zwischenmenschlichkeit
    kunsthandwerk und handwerk
    und als sitz und sammelstelle für die urbanes gärtnern ausersehen..

    die nötigen fördergelder
    und zusagen von sponsoren habe ich nun..

    die dortige ehemalige backstube
    soll wieder in betrieb genommen werden
    und uns als vegetarische tafel dienen..

    nun suche ich mitmacherInnen.. so wie dich ..
    die sich des projektes annehmen wollen
    und es seiner urprünglichen bestimmung
    gemäss satzung zuführen..

    die dort anwesenden ausschliesslich männer leben
    in der vermüllung und haben die räumungsklage der stadt köln–

    der platz eignent sich hervorragend
    um eine art pilotprojekt zu schaffen..

    freue mich über nachricht von dir

    lg
    meera

    Antworten
    • daklue sagte:

      Hallo Meera,

      das hört sich nach einem spannenden Projekt an! Mitmacher jeglicher Art findest Du mit Sicherheit bei den Transition Town Treffen in Köln. Dabei treffen engagierte Menschen und tolle Projekte zusammen. Zwar gibt es noch keinen neuen Termin, doch so bald dieser steht wird er bei Facebook und im Blog veröffentlicht. Schau doch einfach mal vorbei!

      Liebe Grüße,
      Daniela

      Antworten

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  1. […] Nachhaltig aktive Unternehmer gibt es Köln mittlerweile eine ganze Menge, einen Ort dafür bisher allerdings nicht. Bisher. Denn aus dieser Not machte das Team um Martin Herrndorf, Miriam Pflüger und Katharina Schwartz im November 2012 eine Tugend, und gründete gemeinsam das COLABOR | Raum für Nachhaltigkeit in Köln-Ehrenfeld. Mit diesem Raum wollten sie einen festen Ort in Köln schaffen, in dem Nachhaltigkeits-Pioniere arbeiten und präsent sein können. Entstanden ist eine Plattform, die jetzt schon NGOs, nachhaltige Unternehmen sowie engagierte Freiberufler zusammenbringt und damit einen Impuls für den gesellschaftlichen Wandel setzt. Dies konnte ich zur Eröffnung live miterleben und das Team zwei Monate begleiten. Daher für mich der 4. und gleichzeitig gelebte Ort in der Serie „nachhaltige Orte in Köln“. […]

  2. […] Berührung mit dieser engagierten Szene machte vor etwas genau einem Jahr bei der Podiumsdiskussion „Nachhaltig aktiv in Köln“ im DuMont Studio Köln. Was ich damals noch nicht wissen konnte: die hier anwesenden Gäste und […]

  3. […] als Thema riesig“ eingeladen und konnte nicht widerstehen. Ähnlich wie bei der Podiumsdiskussion „Nachhaltig aktiv in Köln“ machte ich mich gespannt auf den Weg von Düsseldorf nach Köln. Um 19 Uhr öffnete das Design […]

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