Die ersten Sonnenstrahlen kündigten ihn zaghaft an. Der Nachtfrost hielt ihn wieder zurück. Doch in den letzten Tagen drang er dann zu uns durch: der Frühling. Auch wenn der offizielle Frühlingsbeginn erst am 21. März ist, wer keine Lust mehr hat zu warten spricht jetzt schon davon. Jedem Hobbygärtner wird es dabei ähnlich gehen wie mir. Es juckt im grünen Daumen. Zugegeben, die Bedingungen sind noch nicht ideal um im Garten oder auf dem Balkon gärtnerisch zu wüten. Doch tatsächlich gibt es das ein oder andere, das man auch jetzt schon vorbereiten kann.

Die Motivation einen eigenen kleinen Garten zu bewirtschaften, begann mit der zufälligen Entdeckung eines 30 Jahre alten Buches mit dem Titel „Der Biogarten“ von Marie-Luise Kreuter aus der mütterlichen Hausbibliothek. Was bereits vor 30 Jahren laut Einleitung als Alternative und Fortschritt bezeichnet wird, ist es genauso noch heute. Das Bewusstsein mit seiner Umwelt gesund und nachhaltig umzugehen ist demnach kein neues Phänomen. Daher nicht verwunderlich, dass das Buch mittlerweile als 24. Auflage immer verkauft wird (s. Abbildung). Erstaunlich sind die Erkenntnisse der ersten Auflage über die biologische Landwirtschaft, da sie heute fast in gleicher Form propagiert werden. Da stellt sich die Frage: Hat sich denn in diesem Bereich in letzten 30 Jahren nichts geändert oder warum stehen wir immer noch vor den selben Problemen?
In Kombination mit einem Buch aus der „Neuzeit“ (zum Beispiel: „Der Nutzgarten“ von Alan Buckingham aus dem Dorling Kindersley Verlag) lassen sich so einige Gartentipps für die ersten drei Monate des Jahres sammeln. Egal ob Gemüseacker, Kleingarten oder Balkon: Natur kann überall sein.

Zunächst einmal kann man Januar, Februar und März als die drei Monate der Vorbereitung betiteln. Besonders in den ersten beiden Monaten des Jahres wird man aufgrund der frostigen Temperaturen nur wenig Zeit „draußen“ verbringen können. Wer es dennoch nicht lassen kann, der sollte sich warm einpacken und die nach oben schießende Triebe an älteren Apfel- und Birnenbäume stutzen. Das hilft dem Baum später in seiner Blüte dabei zum einen Form zu waren. Zum anderen saugen ihm die überflüssigen Triebe nicht die nötige Flüssigkeit weg.

1. Vorbereitung der Beete: Wer das Glück hat über einen kleinen Gemüsegarten zu verfügen, der wird in den kalten Monaten damit beschäftigt sein die Beete mit Folie, altem Teppich oder Pappe vorzuwärmen. Um das Umgraben zu vermeiden und damit dem Boden gleichzeitig etwas Gutes zu tun, verteilt man organischen Dünger (z.B. Stallmist) auf den Beeten und deckt sie mit Folie ab. Idealerweise hat man das Vorbereiten der Beete schon im Herbst erledigt, so dass man im Frühjahr das Beet einfach lüftet und dann fertig zersetze Erde vorfindet. Weiteres umgraben und aufreißen der Erde ist nicht mehr nötig. Ein anschauliches Beispiel dafür, dass die Natur sich von selbst generiert.

2. Anzucht der Samen: Auch ohne Gemüsegarten, lassen sich für das Frühjahr Pflanzen wie auch Gemüse für den Balkon planen. Erste Pflänzchen kann man zum Beispiel in der Wohnung einfach vorziehen. Die einzige Voraussetzung für die Anzucht erster Samen, ist ein konstant warmer Ort von etwa 10 bis 15 Grad und regelmäßiges Gießen, damit die Samen anfangen können zu keimen. Wer handwerklich begabt ist, baut sich ein kleines Gewächshaus aus Holzlatten und einer alten Glasscheibe als schräges Dach. Weniger aufwendig ist ein fertiges, kleines Zimmergewächshaus (zum Beispiel von Romberg), erhältlich im Gartencenter. Sie werden oft zusammen mit  Torfquelltöpfe angeboten. Bieten gleichzeitig auch kleine Fächer für Anzuchterde. Eine dritte Alternative sind so genannte Anzuchtöpfe, die man direkt mit der Pflanze auspflanzen kann ohne noch mal umpflanzen zu müssen, ähnlich wie die Torfquelltöpfe. Besonders empfindliche Pflanzen wie die Tomate und Spinat mögen das.

3. Planung des Gemüse: Im nächsten Schritt der Planung steht man vor der Entscheidung: was hätte ich denn gern auf meinem Balkon bzw. auf meinem Beet? Im Prinzip eignen sich all jene Pflanzen, die entweder sehr lange brauchen um zu keimen. Oder jene, die schon früh im März/ April ausgesät werden können. Im Februar kann man zum Beispiel mit Kichererbsen, Spinat, Porree, Tomaten, Brokkoli und Salat beginnen. Als Dauersaat gelten Gewürze wie Schnittlauch, Petersilie, Minze, Basilikum sowie Rucola, die man bis zum Herbst immer wieder ernten und nachsähen kann. Wer sich jetzt Sorgen macht, dass er nicht weiß wann welcher Samen gesät und später ausgepflanzt werden soll, der sei beruhigt: auf der Rückseite jedes Samentütchens ist alles genau beschrieben. Wann ist die Aussaat? Wann die Keimung? Muss ich einen Anstand zu angrenzenden Pflanzen beachten? Einmal vorbereitet und gesät, kann man den Samen förmlich nach bereits 5 bis 7 Tagen beim keimen zu gucken.

Ein grüner Tipp: die Saatgut-Tütchen von „Vielfalt erleben“. Durch den Kauf dieser Tütchen kann jeder einen Beitrag zu Bewahrung einer vielfältigen Saatkultur leisten. Ziel der Aktion ist es, genmanipulierte Pflanzenzucht und Monokulturen abzuschaffen. Der Erlös der Saatgut-Tütchen fließt komplett in den Saatgutfonds der Zukunftsstiftung Landwirtschaft, der wiederum die biologische und gentechnikfreie Anzucht von Pflanzen fördert.

Wer sich die selbständige Anzucht der Pflanzen sparen will, kann natürlich auf kleine Gemüsepflänzchen aus dem Gartencenter ausweichen. Diese kann man dann problemlos, wie auch die eigene Anzucht, in große Kübel, Blumenkästen oder eben das Gemüsebeet einpflanzen. Je nach Gemüsesorte sollte man natürlich auf den Platz, sprich Sonnen- und Schattenzufuhr achten. Tomaten zum Beispiel lieben Sonne, aber hassen Regen von oben. Dabei werden ihre Blätter schnell faul. Wieder einen Herausforderung für den ambitionierten Hobbygärtner. Wem das immer noch zu aufwendig ist, der bekommt im Gartencenter natürlich auch größere, fertige Gemüsepflanzen und Kräuter. Ab März stehen sie dort fertig im Topf. Von Coktailtomaten über Paprika bis Rucola lässt sich da schon ein ganzer Salat zusammenstellen.

Zugegeben, ich bin schon mitten drin im grünen Wahn und habe das eine oder andere Gemüse bereits Ende Februar vorgesät. Es steht ein ambitionierter Plan für den heimischen Gemüsegarten. Bleibt nun zu hoffen, dass auch kleine Pflänzchen daraus entstehen. Und dass das Wetter so bleibt. Denn ich will raus ins Grüne. Und die Pflänzchen auch.

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  1. […] Als Christa Müller auf die Bühne kommt, bin ich fast schon hibbelig. So sehr hab ich mich (und mein grüner Daumen) auf ihren Vortrag gefreut. Basierend auf ihrem Buch „Urban Gardening – Über die Rückkehr der […]

  2. […] es schon Sommer. Im Garten explodiert die Pracht an Blüten, ein Farbenmeer breitet sich aus. Auch der Gemüsegarten ist mittlerweile gut bestückt. Auf nun schon 10 Feldern reihen sich Zucchini neben rote Beete, […]

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